– Bitte erzählen Sie, wie es zur Gründung von „Clear Your Clutter“ kam? Wie hat alles angefangen?
– Mit einem Anruf einer Freundin. Sie wollte „Ihr Leben und Ihre Wohnung anzünden“. Das haben wir dann gemeinsam verhindert.

– Bitte beschreiben Sie kurz die/den typischen „Clear Your Clutter“-Kundin/Kunden (Alter, Geschlecht, beruflicher Background).
– 45 Jahre, weiblich, von Hausfrau bis Akademikerin. Wenn Sie ihr in Gesellschaft begegnen, würden Sie glauben, dass sie ihr Leben total im Griff hat.

– Warum nehmen Ihrer Meinung nach immer mehr Menschen Services wie „Clear Your Clutter“ in Anspruch?
– Wenn Du Ordnung in Deinem Kleiderschrank (oder auf Deinem Schreibtisch) schaffst, schaffst Du Ordnung in Deinem Leben. Und danach suchen wohl immer mehr Menschen.

– Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Phänomen „Fast Fashion“ (günstige, trendabhängige Mode schnell und überall erwerben zu können und zu wollen) und dem Bedürfnis, diese „Altlasten“ dann wieder loszuwerden und Freiräume zu schaffen?
– Das kann schon sein. Wir sammeln einfach zu viel an – und wissen dann nicht mehr, warum wir einmal geglaubt haben, das alles zu „brauchen“. Und es wird immer schwerer loszulassen. Mit dem Ballast wachsen auch die „Trennungsängste“.

– Inwiefern wirken sich die turbulenteren wirtschaftlichen Umstände der letzten Jahre auf das Konsumverhalten Ihrer Kunden aus (Stichwort „bleibende Werte“ vs. Mode/Kleidung als kurzlebiger Konsumartikel)?
– Die Schwierigkeit ist für viele, zu unterscheiden: was hat tatsächlich einen „bleibenden Wert“ – und was schleppe ich einfach mit (zum Teil seit vielen Jahren!). Wenn das immer mehr wird, kann das dann zu einer echten Belastung werden.

– Worin liegt Ihrer Meinung nach für Ihre Kunden die Schwierigkeit, ihren Kleiderschrank selbst zu organisieren?
– Die Herausforderung ist ja nicht, den Kleiderschrank zu organisieren. Sondern die richtigen Kriterien dafür zu finden. Und sie dann auch einzuhalten.

– Bitte beschreiben Sie uns Ihre Vorgangsweise Schritt für Schritt. Was passiert genau, wenn Sie zu jemandem nach Hause kommen?
1) Gegenseitiges Kennenlernen und Vorbesprechung, um Ängste zu nehmen.
2) 3 Positionen festlegen: „das bleibt“, „das kommt weg“, „weiß nicht“.
3) Für die Positionen „das kommt weg“ und „weiß nicht“ entsprechend große
Schachteln/Säcke vorbereiten.
4) Die fertige „weiß nicht“-Schachtel mit Datum beschriften und einen Termin
ausmachen, wann es endgültig entschieden wird.
5) Die Position „das kommt weg“ sofort zu einer caritativen Einrichtung bringen.
6) Was bleibt nach Saison farblich einräumen.

– Aus wie vielen Personen besteht Ihr Team?
Im Kernteam sind wir zu zweit. Dann gibt es noch einige, die uns bei Bedarf unterstützen. Und eine Reihe von absolut zuverlässigen, handverlesenen Spezialisten, die für die professionelle Verwertung von Dingen sorgen, die unsere Kunden loslassen wollen. Ob das Verkauf, Restaurierung oder Entsorgung ist.

– Bitte verraten Sie uns Ihre 5 Lieblingstipps für das optimale Sortieren und Ordnen des Kleiderschranks.
1) Alles raus, was seit 2 Jahren nicht getragen wurde
2) Alles raus, was nicht mehr passt.
3) Alles raus, was abgetragen ist.
4) Alles raus was kratzt oder zwickt.
5) Alles, was bleibt, farblich und nach Saison einräumen.